Projekt SAM startet in Lennestadt-Altenhundem in die 2. Probephase; Probebetrieb in Drolshagen erfolgreich abgeschlossen

13.07.2020 - 15:00

In Lennestadt-Altenhundem ging „SAM“ - „Südwestfalen Autonom & Mobil“ - auf der 2. Probestrecke im ZWS-Verbandsgebiet heute an den Start. Bis Anfang November 2020 wird ein hochautomatisierter Shuttle-Bus in Lennestadt-Altenhundem über öffentliche, nicht gesperrte Straßen rollen und im Linienbetrieb Fahrgäste befördern.

Der selbstfahrende Kleinbus bietet sechs Fahrgästen Platz und wird stets von einem sog. Operator begleitet – einer speziell ausgebildeten Sicherheitsperson, die im Bedarfsfall eingreifen und das Fahrzeug manuell steuern kann. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Anzahl der Sitzplätze bis auf weiteres auf vier Sitzplätze reduziert. Analog zum sonstigen Bus-ÖPNV gilt in „SAM“ auch die „Maskenpflicht“.

Die Einsatzstrecke verläuft vom Marktplatz über die Helmut-Kumpf-Straße, den Parkplatz an der Sauerlandhalle bis zum St. Georg Haus in der Straße „Lennewiesen“. Neben den Haltestellen auf dem Marktplatz und vor dem St. Georg Haus sind Richtungshaltestellen am Rathaus und vor der Sauerlandhalle eingerichtet. Die Linie ist mit einem kurzen Fußweg von der Haltestelle Marktplatz mit dem Zugverkehr der Ruhr-Sieg-Strecke verknüpft. Die Nutzung von „SAM“ ist kostenfrei.

Der Betrieb wurde am heutigen Montag durch den Verbandsvorsteher des ZWS, Andreas Müller, den Beigeordneten der Stadt Lennestadt, Karsten Schüheck, den Landrat des Kreises Olpe, Frank Beckehoff, Vertretern der Firmen Mennekes GmbH, Krah Gruppe und Bigge Energie GmbH & Co. KG sowie der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH (VWS), der Nuts One GmbH und der Südwestfalen Agentur GmbH eröffnet.

Gleichzeitig wurden die ersten Ergebnisse des Probebetriebs in Drolshagen präsentiert. So haben in Drolshagen an insgesamt 49 Betriebstagen 737 Fahrgäste „SAM“ genutzt. Insgesamt hat „SAM“ hierbei rund 1.700 km unfallfrei zurückgelegt. Die Pünktlichkeit von „SAM“ bewegte sich, mit Ausnahme der 22. KW, immer zwischen 92 und 100%. Während des Betriebs mussten 202 Hindernisse umfahren werden. Dies waren in der Regel falsch geparkte Autos. „Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden, zumal sich die Corona-Pandemie auch auf „SAM“ ausgewirkt hat“, so Verbandsvorsteher Andreas Müller. „Gleichzeitig bedanke ich mich bei den Operatoren für ihre hervorragende Arbeit.“ 

Auch im Bereich Lennestadt-Altenhundem werden sowohl die Fahrgäste von „SAM“ als auch die Anwohner befragt, um Erkenntnisse über die Akzeptanz eines hochautomatisierten Fahrzeugs im öffentlichen Personennahverkehr zu erhalten. „Ich rechne damit, dass Ende dieses Jahres die Auswertung des Probebetriebs auf beiden Probestrecken vorliegen wird“, so Andreas Müller. Mit „SAM“ sollen Einsatzmöglichkeiten eines automatisierten Verkehrs im ländlichen Raum geprüft werden, um Mobilitätsangebote zu schaffen, dort wo der herkömmliche Busverkehr meist nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Deshalb geht es auch darum, wichtige Erkenntnisse zum Zulassungsprozess, zur Ladetechnik und zu den Anforderungen an die Einsatzstrecken für automatisiertes und später autonomes Fahren zu erlangen.

Das zukunftsweisende Projekt wird mit Unterstützung der Firmen Mennekes GmbH, Kirchhundem Krah Gruppe, Drolshagen und Bigge Energie GmbH & Co. KG, Olpe der beiden Kommunen Lennestadt und Drolshagen sowie der Südwestfalen-Agentur GmbH durch den ZWS umgesetzt. 

Die regionale Industrie soll auch inhaltlich in das Vorhaben einbezogen werden. Dazu gründen sie eigens ein „Innovations- und Kompetenzzentrum digitaler Landverkehr Südwestfalen“, das die gewonnenen Erfahrungen zur Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsfelder nutzen möchte. Betreiber des hochautomatisierten Kleinbusses der Firma EasyMile ist die VWS, die auch den öffentlichen Personennahverkehr in den beiden Linienbündeln im Kreis Olpe erbringt. 

Das Pilotprojekt wird vom Berliner Unternehmen Nuts One GmbH umgesetzt und baut auf einer Machbarkeitsstudie aus dem Frühjahr 2019 auf, in deren Rahmen auch der Demobetrieb mit einem derartigen Fahrzeug in Drolshagen Mitte März 2019 stattfand. 

„Niemand weiß, wie der öffentliche Nahverkehr im Jahr 2030 genau aussehen wird. Umso wichtiger ist es, bereits heute diese Zukunft aktiv mitzugestalten. Die an „SAM“ beteiligten Partner möchten dazu in Südwestfalen ihren Beitrag leisten“, betont Andreas Müller, der sich gut vorstellen kann, dass fahrerlose Shuttles den ÖPNV der Zukunft flächendeckend effektiv ergänzen werden. 

Weitere Informationen zum Projekt und z. B. zur Streckenführung und zum Fahrplan finden Sie unter www.sam-unterwegs.de.

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